True Spirits

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Wasser des Lebens – das bedeutet Whisky übersetzt und trifft es – wie ich finde – sehr gut. Mir gefällt die große Vielfalt an diesem an sich geradlinig einfachen Getränk. Malz und Wasser. Vielfalt?! Ohja! Die Rohstoffe können sehr unterschiedlich sein. Ebenso die Lagerung. Vor allem aber kommt es auf die Kunst des Destillierens an. Diese wird an einem Ort meisterhaft beherrscht, wo man sie nicht unbedingt vermutet.

Original Bayrisch
Am Schliersee in Oberbayern wird einer der Whiskys gebrannt, den ich am liebsten mag. Der Slyrs ist ein Single Malt Whisky mit unverkennbarem Charakter.* Öffnet man die Flasche, strömt einem der Duft verschiedenster Früchte entgegen und macht Lust auf mehr. Dieses Versprechen löst sich beim Trinken ein. Ich mag es, wenn ein so starkes Getränk wie Whisky auch süße Noten hat. Slyrs überzeugt damit, dass er Noten von Marzipan und Karamell entfaltet und eine zimtige Erinnerung am Gaumen hinterlässt.
Dieser Whisky muss sich keinesfalls hinter seinen „großen Brüdern“ aus den klassischen Whisky-Ländern wie Irland und Schottland verstecken. Zu seiner Besonderheit zählt neben dem Geschmack und der Herkunft vor allem seine Geschichte. In den 90er Jahren reiste der Brauer und Destillateur Florian Stetter nach Schottland und brachte die Passion mit, in Bayern einen Whisky kreieren zu wollen. In der Lantenhammer Brennerei setzt er dies in die Tat um und begeistert mit seinen einzigartigen Whiskeys. Eine der Editionen, die mich besonders reizt, ist die Slyrs Mountain Edition. Dieser edle Tropfen reift über Jahre hinweg auf 1501 Meter Höhe in einem speziellen Lager am Stümpflinggipfel.

Am Damm des Riesen
Die Leidenschaft für Whisky habe ich in Irland entdeckt. Auf einer Interrail-Tour über die grüne Insel habe ich mich in den Pubs natürlich besonders wohlgefühlt. Bars sind für mich magische Orte, an denen auch Reisende am echten Leben der Einheimischen teilhaben dürfen. Für die Iren ist der Pub das oft beschworene zweite Wohnzimmer. Nie vergessen werde ich die vier Stunden, die ich in einem Pub in Rathdrum verbrachte, weil ich den einen der zwei Züge am Tag verpasst hatte.
Beeindruckend ist die irische Landschaft fast überall, aber eine Reise an die Küste Nordirlands kann ich jedem besonders ans Herz legen, der unbändig-raue Natur liebt. Der Giants Causeway nahe dem Städtchen Bushmills ist eine Landzunge aus sechseckigen Basaltkegeln, die weit ins Meer reichen. Dieser zum Weltnaturerbe zählende Flecken Erde strahlt etwas magisches aus. Bushmills?* Wer Whisky mag, dem klingeln da doch die Ohren. Dort wird ein weltbekannter Whiskey gebrannt, der Seele und Herz wärmt. Mit Iren kann man sich nach zehn Sekunden unterhalten, als würde man sich ein Leben lang kennen. Es wurde eine lange Nacht mit einigen Pints und einem krönenden Abschluss, der zwölf Jahre nur auf uns gewartet hatte. Sláinte!

 

*alle beschriebenen Produkte habe ich selbst gekauft. Ebenso erhalte ich kein Geld oder sonstige Aufwandsentschädigung für die Rezension.

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