Winter is coming

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Drinks und Cocktails werden häufig mit dem Sommer assoziiert. Einen Sundowner nach getaner Arbeit im eigenen Garten genießen wie Hemingway seinen Daiquiri am Hafen von Havanna. Wen bei dem Gedanken das Fernweh packt, kann mit der winterlichen Variante eines echten Klassikers geholfen werden: Einem Winter Fashioned. Diese Variante des Urvaters aller Cocktails, dem Old Fashioned, besticht durch fruchtige Noten und feine Süße. Apfel, Zimt und Bourbon – I’m lovin‘ it. Entdeckt habe ich den Drink in einer Bar meines Vertrauens. Das Rezept kann (in ähnlicher Form wie hier beschrieben) auch bei den Food Bloggern Die Jungs nachgelesen werden.

Auf zu neuen Ufern

Der Old Fashioned ist wohl einer der – wenn nicht gar der – amerikanischste Drink überhaupt. Bourbon Whiskey ist nicht nur als Tennessee Whiskey ein Hochgenuss. Seine Basis aus Gerste oder Roggen bringt eine angenehme Süße mit sich. Interessante Noten hinterlassen auch die Filterung durch Holzkohle und die Lagerung in neuen, angekohlten Eichenfässern. Die amerikanischen Bourbon Whiskeys haben dabei weit mehr zu bieten als ihr eher weniger gutes Image. Nicht alle sind flache Massenprodukte, die es auch in Dosen an der Tanke gibt… Bourbon zu entdecken fühlt sich fast ein bisschen an, als sei man selbst ein Pionier auf dem Weg nach Westen. Traut euch. Es lohnt sich. Und wenn wir schon dabei sind: in einen Whiskey kann man ruhig auch ein paar Würfel Eis, ein paar Spritzer Bitters und etwas Sirup geben. Der Old Fashioned erfrischt nicht nur unter der Sonne des Südens mit Stil.

Klassiker neu interpretiert

Darauf müssen wir aber auch in der dunklen Jahreszeit nicht verzichten. In abgewandelter Form ist dieser Drink sogar ein echt winterlicher Genuss. Der „Winter Fashioned“ wird wie sein Vorbild mit süßlichen Noten, Bourbon und Eis zubereitet. Als Bourbon kann ich euch den Bulleit Bourbon Frontier Whiskey besonders ans Herz legen. Er ist pur schon vielschichtig, aber ein guter Einstieg in die Welt des Bourbons. In Cocktails aller Art entfaltet er sein reiches Potenzial und macht den Drink zu etwas Besonderem. Woodford Reserve oder Gentleman Jack sind aber auch sehr zu empfehlen.
Etwas Vorarbeit ist von Nöten, aber lohnt sich. So sollten wir zuerst einen Zimt-Sirup aus Wasser, Zucker und Zimtstangen kochen. Das detaillierte Rezept gibt’s unten. Dieser gesellt sich dann zum Bourbon, den Bitters und Calvados. Ja, richtig gelesen. Bei Calvados solltet ihr auf die Bezeichnung achten, die die Reifedauer angibt. Vier Jahre haben mit V.S.O.P. verzeichnete Tropfen und mindestens sechs Jahre solche mit der Bezeichnung X.O. gereift. Damit können wir uns auf Qualität verlassen. Verrührt alle Zutaten mit Eis und garniert den Drink im Tumbler mit einem Apfelschnitz und einer Zimtstange. Cheers!

Das Rezept

Der Sirup

100g Zucker

125ml Wasser

2 Stangen Zimt

Alles miteinander aufkochen. Dann bei schwacher Hitze so lange köcheln, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. 10 bis 15 Minuten dürften reichen. Lasst den Sirup danach abkühlen und füllt ihn dazu in ein Einmachglas oder eine kleine Flasche um. Alternativ könnt ihr auch den Zuckersirup aus eurer Hausbar mit gemahlenem Zimt verfeinern; aber einen guten Drink zelebriert man doch schon mit der Zubereitung…

Der Winter Fashioned

1 Barlöffel Zimt-Sirup

2 Spritzer Bitters

3cl Bourbon Whiskey

1cl Calvados

Eiswürfel

Apfelschnitz

Zimtstange

Verrührt die flüssigen Zutaten mit dem Eis direkt im Tumbler oder einem Rührglas bis sich das Eis aufgelöst hat (wenn ihr nicht ewig rühren wollt, gebt einen Eiswürfel nach dem andern ins Glas). Richtet den Drink dann in einem Tumbler an, indem ihr ihn mit einem Apfelschnitz und einer Zimtstange garniert. Wer mag kann noch einen Eiswürfel hinzugeben. Aber aufgepasst: zu viel Eis verwässert den Geschmack.

 

 

 

 

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